Förderung von ehrenamtlichen Laiendolmetscherinnen und -dolmetschern

Seit 2018 fördert die Hessische Landesregierung den Einsatz von ehrenamtlichen Laiendolmetscherinnen und -dolmetschern.

Vor allem im Bereich der ehrenamtlichen Arbeit mit Migrantinnen und Migranten, Geflüchteten und Geduldeten besteht ein hoher Bedarf an Dolmetscherleistungen, um die Kommunikation bei Behörden oder in sozialen Einrichtungen ermöglichen zu können. Nur in speziellen Fällen, beispielsweise vor Gericht, werden von Amts wegen professionelle Dolmetscherinnen und Dolmetscher eingesetzt. Die Teilhabemöglichkeiten der Zugewanderten hängen maßgeblich davon ab, dass sie sich trotz eingeschränkter oder fehlender Deutschkenntnisse verständlich machen können. Hier leisten ehrenamtliche Laiendolmetscherinnen und -dolmetscher seit Jahren einen wichtigen Beitrag zum Zusammenleben und zur Integration.

Mit der Förderung werden Kommunen, aber auch ehrenamtliche Vereine und Initiativen bei ihrer Arbeit mit Asylbewerbern, Geflüchteten, Geduldeten und Zugewanderten mit der Förderung der Bereitstellung von Dolmetschertätigkeiten unterstützt. Aus dem Landesprogramm WIR fördert die Landesregierung den Einsatz von ehrenamtlichen Laiendolmetscherinnen und -dolmetschern. Mit einer Aufwandsentschädigung werden die Auslagen der Laiendolmetscher – z.B. Reisekosten – pauschal abgegolten. Den Laiendolmetscherinnen und -dolmetschern, die in alltagsbezogenen Zusammenhängen übersetzen und so wertvolle Dienste für die Gemeinschaft leisten, wird so eine auch finanzielle Anerkennung zuteil.

Ebenso können Qualifizierungsmaßnahmen der Träger von Laiendolmetscherpools gefördert werden. Einzelheiten sind der, unter Downloads zur Verfügung stehenden Förderrichtlinie WIR – Vielfalt und Teilhabe, zu entnehmen.

Für die Förderung stehen jährlich 200.000 Euro im Rahmen des Landesprogramms WIR zur Verfügung.


Die Antragsmodalitäten sind wie folgt:

•Die Landesförderung für die Aufwandsentschädigung beträgt 20,- Euro pro Einsatz für jeden Klienten, unabhängig von der für den Einsatz aufgewendeten Zeit.
•Die Förderung der Qualifizierungsmaßnahmen beträgt max. 12,50 € pro Unterrichtsstunde und teilnehmender Person.
•Die Träger sind nur antragsberechtigt, wenn sie einen Laiendolmetscherpool von mindestens fünf Personen vorhalten, die fünf unterschiedliche Sprachen sprechen und die nicht nur für ihre Einrichtung tätig sind.
•Die ehrenamtlichen Laiendolmetscherinnen und -dolmetscher müssen ein Auswahlverfahren des Trägers eines Laiendolmetscherpools durchlaufen haben.
•Die Förderung des Einsatzes ehrenamtlicher Laiendolmetscherinnen und -dolmetscher erfolgt nicht bei Einsätzen vor Gericht, bei der Polizei, beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie bei den Jobcentern/Agenturen für Arbeit.
•Der Antrag ist nebst Konzeption mindestens vier Wochen vor Maßnahmenbeginn beim Regierungspräsidium Darmstadt einzureichen.

Die notwendigen Antragsformulare stehen im Downloadbereich zur Verfügung. Alle weiteren Informationen gibt es auf der Webseite des Regierungspräsidiums Darmstadt.