Förderung von Migrantenorganisationen

Migrantenorganisationen spielen eine wichtige Rolle für gelingende Integration. Sie sind kompetente Ansprechpartner für lokale Akteure und bilden damit eine wertvolle Schnittstelle vor Ort. Vorwiegend auf regionaler Ebene als Verein engagiert, arbeiten die Mitglieder häufig ehrenamtlich. Nur wenige Migrantenorganisationen verfügen über professionalisierte Vereinsstrukturen. Hierbei sollen sie nun wirkungsvoll unterstützt werden.
„Wir alle arbeiten an dem gemeinsamen Ziel, Integration zu fördern und verlässliche Strukturen für ein gutes Miteinander zu schaffen“, erklärte Kai Klose, Minister für Soziales und Integration. Daher habe das Land Hessen das Landesprogramm „WIR“ finanziell auf über 10 Millionen Euro aufgestockt und zudem um neue Konzepte erweitert wie die Stärkung von Migrantenorganisationen.

Wer kann gefördert werden?

Antragsberechtigt sind gemeinnützige Migrantenorganisationen in Hessen, die noch keine hauptamtlichen Strukturen etabliert haben. Unter Migrantenorganisationen werden hier gemeinnützige Vereine verstanden, deren Ziele und Zwecke der Verbesserung und Stärkung von Integrations- und Teilhabebedingungen dienen. Vereinsmitglieder sollen zum Großteil Menschen mit Migrationshintergrund sein. Nicht zu den förderfähigen Institutionen gehören Unterstützungs- und Beratungseinrichtungen, die sich etwa in der sozialen Arbeit (z.B. Wohlfahrtsverbände) mit migrationsrelevanten Themen befassen. Ebenso wenig solche, deren Ziele und Zwecke ausschließlich der Religionsausübung, dem reinen Spracherwerb oder der Pflege der Herkunftskultur dienen.

Was wird gefördert?

Förderfähig ist jeweils ein neues Mikroprojekt in Hessen. Die Beantragung des Mikroprojektes ist unbedingt mit einer „Minijob-Stelle“ zu verknüpfen. Das Mikroprojekt soll dazu dienen, Teilhabe und Integration in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen zu verbessern. Beispielhaft sind Mikroprojekte in folgenden Bereichen denkbar:

a) Stärkung der Kompetenzen von Zugewanderten durch Förderung der Eigenständigkeit und des Empowerments.

b) Gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen und politischen Leben, beispielsweise durch Stärkung von Eltern mit Migrationshintergrund im Bildungsprozess.

c) Verbesserung der wechselseitigen Akzeptanz durch Veranstaltungen und Formate, die zu einem Dialog über das Thema Integration und Vielfalt einladen.

Die Förderhöhe für ein Mikroprojekt kann bis zu maximal 3.000 Euro pro Haushaltsjahr betragen. Die Förderung einer/eines geringfügig Beschäftigten („Minijob“) zur Umsetzung des Projekts unter Beachtung des geltenden gesetzlichen Mindestlohns beträgt maximal 7.200 Euro pro Haushaltsjahr, jedoch nicht mehr als die tatsächlich anfallenden Kosten. Über die genannten Förderbeträge hinausgehende Kosten sind durch den Antragsteller zu tragen oder über Drittmittel zu finanzieren.
Das Projekt darf noch nicht begonnen haben. Mit dem Projekt darf erst nach Erhalt des Zuwendungsbescheides durch das Regierungspräsidium Darmstadt (Bewilligungsbehörde) begonnen werden. Die Förderhöchstdauer für ein neues Mikroprojekt (inklusive der Beschäftigung der/des geringfügig Beschäftigten) beträgt in der Regel maximal bis zu 24 Monate.

Weitere Hinweise zur Förderung und Nennung der Stichtage zur Antragseinreichung erfahren Sie hier ab September 2019.
 

Wichtige Hinweise!!

Kompetenzzentrum Vielfalt – Migrantenorganisationen

beramí – berufliche Integration e.V. in Frankfurt hält ein hessenweites Beratungs- und Unterstützungsangebot für Migrantenorganisationen bereit, die sich ehrenamtlich für den Partizipations- und Integrationsprozess von Zugewanderten engagieren. Konkrete Ziele des Kompetenzzentrums sind die Förderung der Professionalisierung der Vereinsarbeit durch Qualifizierungsangebote und Beratung (z. B. zu Fördermittelakquise und -abrechnung, zu Projektmanagement, Weiterentwicklung der Vereinsstrukturen) sowie die Förderung der Vernetzung von Migrantenorganisationen mit lokalen Akteuren (wie z. B. Schule, Verwaltung und Politik) und mit anderen Migrantenorganisationen in der Region und hessenweit. Das Kompetenzzentrum wird über das Landesprogramm WIR gefördert.

Ansprechpartnerinnen sind:

Elisa Rossi Tel. 069/913010 12, Mail: rossi@berami.de
Lydia Mesgina Tel. 069/913010 23, Mail: mesgina@berami.de

„Geringfügige Beschäftigung - Minijob“:

Informationen über die rechtlichen Rahmenbedingungen, Verdienstgrenzen, Versicherungspflichten als Arbeitgeber, Musterarbeitsverträge etc. sind erhältlich über die Minijob-Zentrale: www.minijob-zentrale.de.