„Integration und interreligiöser Dialog“

Zum sechzehnten Mal vergibt die Hessische Landesregierung in diesem Jahr den mit 20.000 Euro dotierten Integrationspreis. „Wir prämieren hervorragende Projekte und Maßnahmen, die das Gefühl der Zugehörigkeit und Zusammengehörigkeit aller in Hessen lebenden Menschen stärken“, erklärte Staatsminister Kai Klose heute in Wiesbaden. Schwerpunkt der diesjährigen Ausschreibung ist das Thema „Integration und interreligiöser Dialog“.

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Pokale auf einer Siegertreppe

In der öffentlichen Debatte erfährt die Bedeutung von Religion für die Integration von Zugewanderten seit Jahren eine starke Aufmerksamkeit. Dabei ist die Frage, ob intensiv gelebte Religiosität den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert oder gefährdet, nicht eindeutig zu beantworten. „Klar ist aber, dass sich eine starke Abgrenzung von Religionsgemeinschaften nach außen negativ auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt auswirkt. Vor diesem Hintergrund wollen wir positive Begegnungen und Beispiele für ein Aufeinander zugehen würdigen“, so Klose.

In einer Migrationsgesellschaft ist der interreligiöse Dialog unverzichtbar, denn er befördert das gegenseitige Verständnis und stellt das gesellschaftliche Miteinander auf eine breitere Basis. „Der interreligiöse Dialog hilft, Vorurteile und Konflikte abzubauen und die Achtung und den Respekt untereinander zu fördern. Vorhandene Unterschiede werden dabei nicht negiert, sondern anerkannt. Das schafft die Grundlage dafür, sich auf Augenhöhe zu begegnen“, betonte Staatsminister Kai Klose.

Diese Begegnungen können unter anderem nachhaltig dabei helfen, beispielsweise antisemitischen und islamfeindlichen Vorurteilen entgegenzutreten. Gerade die Wissensvermittlung und der Austausch untereinander, tragen dabei wesentlich zum gegenseitigen Verstehen bei.

„Schließlich kann sich der Blick der Dialogpartner auf die vielfältige Gesellschaft in Hessen verändern und deren Erfahrungen bereichern, wenn sich beispielsweise Menschen christlichen, jüdischen und muslimischen Glaubens intensiv zu ihrer religiösen Identität und der sich daraus ergebenden Wertehaltungen austauschen. Dies können im besten Fall Schritte zu einer interkulturellen Öffnung der Gesellschaft sein!“, so Staatsminister Kai Klose.

Gesucht sind daher Initiativen und Projekte, die sich an Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen und Weltanschauungen richten, die gerne auch jenseits der drei großen Weltreligionen liegen dürfen. Ein verfolgtes Ziel sollte beispielsweise sein, dass durch den Dialog ein besseres Verständnis der Religionen untereinander erreicht und damit der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt wird.

Dabei muss der interreligiöse Dialog nicht unbedingt von einem religiösen Träger durchgeführt werden. Vielmehr wird auf die Vernetzung lokaler Organisationen und einen nachhaltigen Ansatz Wert gelegt. Die Initiativen und Projekte sollten bereits erprobt oder in erfolgreiche Maßnahmen umgesetzt worden sein. Es werden nur laufende Projekte ausgezeichnet, die frühestens am 31. Dezember 2019 enden.

Die Vergabe des Hessischen Integrationspreises bietet die Möglichkeit, diese herausragende Arbeit, die oftmals auf ehrenamtlicher Basis geleistet wird, in der Öffentlichkeit zu würdigen.

Das Formular zur Bewerbung ist unter Downloads abrufbar.