Integration braucht Bündnisse:

Sozial- und Integrationsminister Kai Klose: „Unsere Integrationspolitik stärkt Zugehörigkeit und Zusammengehörigkeit aller in Hessen lebenden Menschen.“

Wiesbaden. Der Hessische Minister für Soziales und Integration, Kai Klose hat heute zwei weitere Integrationsverträge abgeschlossen. Bei der Unterzeichnung der Verträge mit dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. und dem Deutschen Roten Kreuz, Landesverband Hessen e.V., stellt Klose fest: „In Hessen funktioniert Integration Hand in Hand. Gemeinsam mit unseren zahlreichen Bündnispartnern gestalten wir Integrationspolitik so, dass sie die Menschen tatsächlich erreicht und die Zugehörigkeit und Zusammengehörigkeit aller in Hessen lebenden Menschen stärkt.“ Nach den Integrationsverträgen mit der Bildungsstätte Anne Frank und dem Hessischen Jugendring im letzten Jahr gibt es nun insgesamt vier Integrationsverträge.

Der Integrationsvertrag mit dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften iaf e.V. hat das Thema „Rollenbilder von Männern und Vätern mit Migrationshintergrund in unserer Gesellschaft“ zum Inhalt. Männer und Väter mit Migrationsgeschichte sind in öffentlichen Debatten und im Alltagsleben häufig Vorurteilen, negativen Zuschreibungen und Verallgemeinerungen ausgesetzt. Die Vielfalt ihres Lebensalltags und ihre Potenziale auch im Hinblick auf Vaterschaft werden genauso wenig wahrgenommen wie ihre individuellen Ressourcen und Anpassungsleistungen. „Wir werden im Rahmen dieser Kooperation Angebote entwickeln, die die Akzeptanz und Wertschätzung von Vätern und Männern unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichen Lebensentwürfen fördern“, führt Klose aus.

Gerade interkulturell lebende Familien können Fähigkeiten entwickeln, die unsere Gesellschaft für demokratische Aushandlungsprozesse benötigt, wie zum Beispiel gelingende Perspektivenwechsel oder Konfliktfähigkeit. Auch Akteur*innen und Multiplikator*innen aus Verwaltungen, Beratungsstellen, Bildungseinrichtungen und Betrieben sollen für die spezifischen Lebensumstände migrantischer Männer und die Sichtweisen und Problemlagen von Familien unterschiedlicher Konstellationen sensibilisiert werden. „Mit dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften haben wir hier einen Partner gefunden, der Expertise und viel Erfahrung in diesem Themenfeld einbringt“, so der Minister.

Der Verband binationaler Familien und Partnerschaften iaf e.V. mit Sitz in Frankfurt arbeitet seit 1972 an den Schnittstellen Familie, Migration und Integration. Er setzt sich für die Interessen und Belange binationaler und bikultureller Paare und Familien sowie für alle Menschen, die in interkulturellen Zusammenhängen in Deutschland leben, ein.

Hiltrud Stöcker-Zafari, Bundesgeschäftsführerin des Verbands binationaler Familien und Partnerschaften, betont bei der Unterzeichnung: "Hessen ist vielfältig und genauso sind es die Familien, die hier leben. Zusammen mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration machen wir uns für diese Familien und v.a. auch für Väter stark. Denn egal ob sie "Papa", "Abu", "Tata" oder anders genannt werden: Sie alle wollen für ihre Kinder da sein und bringen eigene Perspektiven und Potentiale mit, die wir gemeinsam stärken und sichtbar machen wollen."

Der Integrationsvertrag mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), Landesverband Hessen e.V. hat das Ziel, den interkulturellen Öffnungsprozess im Ehrenamt des DRK weiter voranzutreiben und nachhaltige Strukturen zu schaffen, die eine Integration in und durch ein ehrenamtliches Engagement ermöglichen. „Menschen mit Migrationshintergrund sind in verschiedenen Bereichen ehrenamtlich aktiv. Sehr häufig engagieren sie sich in informellen sozialen Netzwerken wie beispielsweise im Bereich der Nachbarschaftshilfe, der Kinderbetreuung und im Sport. Dieses Engagement ist weniger sichtbar. Wir möchten dieses Engagement stärker herausheben um zu zeigen, dass Menschen mit Migrationshintergrund auch aktive Gestalter unseres Gemeinwesens sind“, betont Minister Klose.

Er weist abschließend daraufhin, dass der Integrationsvertrag mit dem DRK Landesverband im Unterschied zu den bisher abgeschlossenen Integrationsverträgen nicht mit einer Landesförderung verbunden ist: „Vielmehr handelt es sich hierbei um eine Selbstverpflichtung des DRK zu einem interkulturellen Öffnungsprozess in seinen Freiwilligenstrukturen. Dies möchten wir besonders unterstützen.“

Nils Möller, Landesgeschäftsführer des DRK Landesverband Hessen e.V., führt hierzu aus: „In der ehrenamtlichen Tätigkeit wird das Zusammenleben vor Ort gemeinsam gestaltet. Wir möchten die transkulturelle Öffnung des DRK in Hessen weiter vorantreiben, um allen die Chance zu ermöglichen, so an Gesellschaft teilzuhaben.“ Entsprechend seiner Grundsätze verpflichtet sich der DRK Landesverband Hessen e.V., eine Integrationskultur im Ehrenamt zu etablieren und damit der Vielfalt von Ehrenamtlichen Rechnung zu tragen. Hier soll nicht nur das Engagement von neuzugewanderten Menschen gefördert, sondern auch sichtbar gemacht werden.

Norbert Södler, Präsident des DRK Landesverband Hessen erklärt: „In unserem Verband engagieren sich Menschen mit Migrationsgeschichte in vielfältiger Weise. Das ist sehr bereichernd und wir möchten das unterstützen und sichtbar machen. Wir sind froh, dass wir durch die Partnerschaft mit dem Hessischen Sozial- und Integrationsministerium unsere Kräfte bündeln können."

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