Neues Integrationsvertrags-Projekt mit der Bildungsstätte Anne Frank

Sozial- und Integrationsminister Klose: „Eine Streitkultur zu entwickeln, ist ein wichtiges Anliegen“

Mit dem Projekt „Globale Konflikte und hessische Allianzen“ der Bildungsstätte Anne Frank ist ein weiteres Projekt gestartet, das vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration im Rahmen des gemeinsamen Integrationsvertrags aus Mitteln des WIR-Programms gefördert wird.

„Mit unserem 2018 geschlossenen Integrationsvertrag haben wir frühzeitig das Signal gesetzt, Antisemitismus und Rassismus gemeinsam zu betrachten. Beide Erfahrungen gehören zusammen“, sagt der Minister für Soziales und Integration, Kai Klose.

Gleichzeitig bestehen in der postmigrantischen Gesellschaft Konflikte, die auf transnationale oder globale Konflikte zurückzuführen sind. Ein Beispiel sind die Demonstrationen aus Anlass des jüngst wieder eskalierten Nahostkonflikts in Deutschland. Ausgangspunkt des Integrationsvertrags des Landes mit der Bildungsstätte Anne Frank ist, diese Debatten aufzugreifen und Wege zu finden, Vorbehalte in verschiedenen Gruppen, beispielsweise bei Juden und Muslimen, abzubauen und gleichzeitig auch deren eigene Diskriminierungserfahrungen aufzunehmen.

„Die Lebenswelten von Juden und Muslimen entwickeln sich auseinander und damit auch die Wahrnehmung darüber, was im Nahen Osten passiert“, erklärt Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank. „Das liegt auch an den Dynamiken der Sozialen Netzwerke: Die einen bekommen nur noch Fotos von ermordeten palästinensischen Kindern zu sehen, andere vorwiegend Videos von zerstörten Häusern in Tel Aviv. Um diesen verengten Blick zu erweitern, brauchen wir dringend mehr Begegnungen zwischen Juden und Muslimen vor Ort, um einen Einfluss auf das tägliche Miteinander auch bei uns in Hessen zu nehmen.“

Minister Klose führt weiter aus: „Von diesem Projekt geht das Signal aus, dass eine Weiterentwicklung zu einer für Rassismus und Diskriminierung sensiblen Gesellschaft nicht durch Konfrontation, sondern vor allem im Gespräch mit allen Gruppen möglich ist. Hierfür eine entsprechende Streitkultur zu entwickeln, ist ein wichtiges Anliegen, dem sich beide Integrationsvertragspartner annehmen“.

Hintergrund: Integrationsverträge

Ein positives Integrationsklima kann nicht allein durch den Staat hergestellt werden – hierzu ist die Partnerschaft mit der Zivilgesellschaft unerlässlich. Vor diesem Hintergrund hat die Hessische Landesregierung Integrationsverträge mit zivilgesellschaftlichen Partnern zu aktuellen integrationspolitischen Themen abgeschlossen. Im Mai 2018 wurde der Integrationsvertrag zwischen dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und der Bildungsstätte Anne Frank zum Thema „Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung in der Migrationsgesellschaft“ abgeschlossen. Das dazugehörige Projekt lief bis zum 31. Mai 2021. Aufbauend auf den Erkenntnissen und Erfahrungen dieses Projekts hat am 1. Juni 2021 das Projekt „Globale Konflikte und hessische Allianzen“ begonnen.

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