GENIUS

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GENIUS

Erkenntnisse für das Integrationsmanagement

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Was kommt dabei heraus, wenn Forschung und kommunale Praxis drei Jahre lang auf Augenhöhe zusammenarbeiten? Die Antwort gab es Ende August auf der Abschlusskonferenz des Projekts GENIUS in der Gießener Kongresshalle: praxisnahe Lösungen, die den Alltag von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte spürbar verbessern – und Strukturen, die auch nach Projektende weiterleben. GENIUS steht für „Gemeinsame Entwicklung Nutzerorientierter Integrations- und Unterstützungsstrukturen“ und ist ein Projekt der Universität Hildesheim. Es wird aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der Europäischen Union und des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales gefördert. Staatssekretärin Katrin Hechler diskutierte auf der Abschlusskonferenz mit den kommunalen Vertreterinnen und Vertretern sowie dem Forschungsteam auf dem Podium.

Sprechblase
©HMSI

Neu zugewanderte Menschen stoßen beim „Ankommen“ oft an bürokratische Hürden wie unverständliche Formulare oder unübersichtliche Zuständigkeiten in Behörden. Mit GENIUS wird Integration auch aus der Perspektive der Betroffenen (nutzerorientiert) gedacht. Die Kernaufgabe von GENIUS ist die wissenschaftlich fundierte Weiterentwicklung von Strukturen und Schnittstellen im Integrationsmanagement der Kommunen. Das Forschungsteam der Uni Hildesheim erarbeitet und erprobt zusammen mit der Praxis direkt vor Ort konkrete Verbesserungen. Zugewanderte Menschen sowie die Mitarbeitenden in den Verwaltungen werden dabei aktiv und kontinuierlich in die Prozesse eingebunden.

Hier geht es zur Projektbeschreibung GENIUS der Universität Hildesheim

Mitarbeiterinnen
v.l. Elena Preussler, Jasmin Best, Cornelia Weinreich ©HMSI

Beziehungsverbesserung gleich Strukturverbesserung:
Im Interview mit den Modellkommunen

Das GENIUS-Projekt wird mit drei hessischen Modellkommunen durchgeführt: der Universitätsstadt Gießen, dem Landkreis Marburg-Biedenkopf und dem Schwalm-Eder-Kreis. Das Projekt will die hessische Integrationspolitik voranbringen. Dabei stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:

  • Wie können sich Regelinstitutionen besser für die Vielfalt der Menschen öffnen?
  • Wie gelingt diese Öffnung in der Praxis?
  • Wo liegen die Chancen und Grenzen dieses Ansatzes?

Doch wie sieht das eigentlich vor Ort aus – im Rathaus, im Sozialamt, im Jobcenter?

Wir haben bei den drei GENIUS-Pilotkommunen nachgefragt: Was bedeutet Zielgruppenorientierung für ihre tägliche Arbeit, wo hakt es, und was hat sich durch das Projekt schon verändert? Im Interview erzählen sie, wie die Theorie in der Praxis ankommt.

Welche Projekte angestoßen wurden, wie sie adaptierbar sind und dass die kleinen Schritte viel bewegen können, erfahren Sie hier im Interview mit Jasmin Best, Elena Preussler und Cornelia Weinreich.

 

Der Tipp: Studie: „Integration als kommunale Pflichtaufgabe“ (2025/2026)

Die neu veröffentlichten Schriften beleuchten die rechtlichen und praktischen Hürden, vor denen die kommunale Integrationsarbeit täglich steht.

Inhalt: Boris Kühn ist Mitautor einer viel beachteten Untersuchung. Sie analysiert die rechtlichen Spielräume und argumentiert dafür, Integration von einer „freiwilligen Leistung“ der Städte hin zu einer strukturellen Pflichtaufgabe umzuwandeln, um verlässliche Schnittstellen in Behörden zu garantieren. Hier geht’s zur Studie

ÜBRIGENS

Rechtssicher oder verständlich? Warum Behörden vor Leichter Sprache zurückschrecken

Ein Bescheid vom Amt ist oft wie ein Rätsel. Warum ändern die Behörden das nicht einfach? Der Hauptgrund ist die Sorge davor, rechtlich nicht präzise genug zu formulieren. Nach deutschem Verwaltungsrecht dürfen wichtige juristische Details nicht verlorengehen und den Formularen am Ende die Rechtssicherheit nehmen. Wenn ein Text zu einfach formuliert ist, wird er ggfs. angreifbar – und das könnte zu Fehlern, Widersprüchen oder verlorenen Prozessen führen.

Ein Behördenmitarbeiter kämpft gegen das Beamtendeutsch

Dass es anders geht, zeigen innovative Projekte wie in Marburg: Hier arbeiten Juristen und Sprachexperten Hand in Hand, um zu beweisen, dass verständliche Texte und Rechtssicherheit kein Widerspruch sein müssen.

Mehr als 50 Bescheide wurden bereits umformuliert, und das Modell stößt auf großes Interesse, was zur Bildung eines bundesweiten Netzwerks aus über 20 Kommunen führte. Den vollständigen Bericht finden Sie hier!

Die Erfahrungen aus dem Sozialamt zeigten, dass sich rechtliche Genauigkeit und klare Sprache nicht ausschließen, sondern gegenseitig stärken. Den Weg wolle die Stadt Marburg mit dem Fachdienst Soziale Leistungen konsequent weitergehen.

Informationen zum Projekt und den geteilten Vorlagen stellt die Verwaltung bereit.

Portraitfoto Boris Kühn
©HMSI

“An welchen Stellen kann man die Komplexität reduzieren, wo können wir Hürden abbauen? Das war die Idee von GENUS.“

Wir haben Boris Kühn getroffen, wissenschaftlicher Leiter im Projekt GENIUS, Forschungsgruppe Migrationspolitik Universität Hildesheim und ihm während der Konferenz ein paar Fragen gestellt.
Hier geht es zum Video!

Anders als üblich ist in diesem Projekt keine Abschlusspublikation vorgesehen. Die Ergebnisse verstehen sich an vielen Stellen eher als Diskussionsbasis und werden auf Veranstaltungen mit jeweiligen Schwerpunkten präsentiert. Hier können Sie Fragen stellen und sich Anregungen holen oder einfach austauschen:

IHRE ANSPRECHPARTNERINNEN:

Jasmin Best, Schwalm-Eder-Kreis
Projektkoordination GENIUS
Fachbereich 50.3 - Förderwesen und Projekte
Telefon: 05681 775 4944
E-Mail: Jasmin.Best@schwalm-eder-kreis.de

Elena Preussler, Gießen
Projektkoordination GENIUS
Büro für Integration
Telefon: 0641 306 1088
E-Mail: Elena.Preussler@giessen.de

Cornelia Weinreich, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Projektkoordination GENIUS
Büro für Integration
Telefon: 06428 447 2210
E-Mail: WeinreichC@marburg-biedenkopf.de