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40 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln für Sprachförderung und Teilhabe

Ministerin Hofmann stellt Programm „Sprachkurse Deutsch4U“ vor

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Gute Deutschkenntnisse sind eine zentrale Voraussetzung für gelingende Integration. Die Landesregierung legt mit „Sprachkurse Deutsch4U“ nun ein umfassendes und verbessertes Programm auf, das Sozialministerin Heike Hofmann am Freitag zusammen mit einem Vertreter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Frankfurt vorgestellt hat. „Sprachkurse Deutsch4U“ richtet sich an Drittstaatsangehörige und ermöglicht ihnen einfachen wie niedrigschwelligen Zugang zu Deutschkursen. Das Programm wird mit Mitteln des Asyl-, Migrations-, und Integrationsfonds (AMIF) der Europäischen Union kofinanziert. Für die nationale Bewilligung der AMIF-Mittel ist das BAMF zuständig. Das Gesamt-Fördervolumen liegt bei rund 40 Millionen Euro – davon entstammen rund 36 Millionen Euro aus dem EU-Fonds, während das Land rund vier Millionen Euro der Kosten trägt.

„Dass es uns gelungen ist, AMIF-Mittel in diesem Umfang für unser Programm zu akquirieren, ist bislang bundesweit einmalig. Das vor einigen Wochen angelaufene ‚Sprachkurse Deutsch4U‘ tritt die Nachfolge unseres Landesprogramms ‚MitSprache – Deutsch4U‘ an – doch im Vergleich dazu haben wir das Angebot in gleich mehrfacher Hinsicht erweitert und verbessert: Wir kooperieren nun mit 83 Trägern, während es vorher 68 waren. Die Zahl der Kurse liegt derzeit bei 320 – im Vergleichszeitraum des Vorgängerprojekts waren es 120. Auch die Förderung pro Einzelmaßnahme konnte von 12.000 Euro auf 20.000 Euro erhöht werden. Zudem genießen die Träger mehr Planungssicherheit, da sich der Förderzeitraum bis Ende Februar 2028 erstreckt. Und um noch einen Punkt aufzugreifen, der mir besonders am Herzen liegt: Wir konnten auch die Förderung für begleitende Kinderbeaufsichtigung deutlich anheben – damit ermöglichen wir insbesondere Frauen, an den Kursen teilnehmen zu können“, führte Ministerin Hofmann aus.

Auch der Präsident des Bundesamts, Dr. Hans-Eckhard Sommer, der in Frankfurt aus terminlichen Gründen nicht persönlich zugegen sein konnte, betonte in einem übermittelten Statement die Bedeutung des Programms: „Mit Deutsch4U stärken wir gezielt niedrigschwellige Sprachangebote, die den bundesweiten Integrationskurs sinnvoll flankieren und Übergänge in ein weiterentwickeltes Kurssystem unterstützen. Gerade im Zuge der geplanten Reform der Integrationskurse trägt das Programm dazu bei, Menschen mit dauerhafter Bleibeperspektive verlässlich beim Spracherwerb zu begleiten. Wir freuen uns, dass wir diese zukunftsgerichtete Maßnahme aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds mit 36 Millionen Euro kofinanzieren können.“

„Deutsch4U“ richtet sich an Drittstaatsangehörige mit einem Aufenthaltstitel von mindestens einem Jahr oder solche, die seit über 18 Monaten eine Aufenthaltserlaubnis besitzen und die sich im Bereich des Spracherwerbs, der sozialen Integration und der beruflichen Orientierung bewegen. Auch im Zuge des russischen Angriffskriegs nach Deutschland gekommene Ukrainerinnen und Ukrainer sowie etwa Menschen, die ein Visum zur Arbeitsplatzsuche als Fachkraft besitzen, sind teilnahmeberechtigt.

Ministerin Hofmann verwies darauf, dass das Programm entwickelt worden sei, um bestehende staatliche Angebote sinnvoll zu ergänzen und Übergänge zu erleichtern. Es sei nicht als Konkurrenz, vielmehr als Bindeglied innerhalb bestehender Sprachförderung zu verstehen, mit dem auch Menschen erreicht würden, die bisher kaum erfasst worden seien. „Deutsch4U nimmt diese Zielgruppe in den Blick und fördert Sprache da, wo sie gebraucht wird: im alltäglichen Lebensumfeld. Dafür orientiert sich das Programm an den Bedürfnissen der Teilnehmenden und verzichtet auf vordefinierte Lernziele – die legen die Teilnehmenden abhängig von ihrer jeweiligen persönlichen Situation selbst fest“, so die Ministerin weiter. „Ich bin froh, dass wir unser Deutsch4U-Programm in der Neuauflage aufwerten konnten und bedanke mich beim BAMF, dass es uns gelungen ist, gemeinsam ein so niedrigschwelliges und vielfältiges Angebot zu gestalten. Sprache ist der Schlüssel zu Teilhabe – beruflich wie gesellschaftlich. Wir schaffen hier eine Win-Win-Situation: Wir unterstützen dabei, dass der Spracherwerb gelingt und dass die Menschen, die hier sind, die hierbleiben dürfen und wollen, auch gut ankommen. Davon profitiert letztlich die Gesellschaft als ganze“, schloss Hofmann.

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