Glossar

Begriffsdefinition

Name des Begriffes: Diskriminierung

Diskriminierung bedeutet, dass Menschen aufgrund von Zuschreibungen und Vorurteilen unzulässig Benachteiligung erfahren. Sie geschieht stets ohne Ansehen der einzelnen Person, ihrer individuellen Verhaltensweisen und Fähigkeiten. Stattdessen wird eine Person anhand ihrer Merkmale, wie z. B. ihrem Geschlecht oder ihrer Herkunft, einer Personengruppe zugeordnet. Aufgrund gesellschaftlich geteilter Vorurteile gegenüber dieser Personengruppe werden folglich Mutmaßungen über ihr Verhalten oder ihre Fähigkeiten abgeleitet. Dies kann zu Nachteilen führen, beispielsweise wenn eine Person eine Arbeitsstelle, für die sie qualifiziert ist, nicht erhält oder ihr eine Dienstleistung verweigert wird. Stereotype und Vorurteile spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Sie markieren gesellschaftliche Kategorien, mit denen soziale Gruppen gekennzeichnet und die zur Begründung und Rechtfertigung gesellschaftlicher (ökonomischer, politischer, rechtlicher oder kultureller) Benachteiligungen verwendet werden. Diskriminierung heißt, dass die Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung einzelner Gesellschaftsmitglieder in Frage gestellt werden. Sie hat zur Folge, dass Privilegien und Benachteiligungen entlang der zugrundeliegenden Kategorien entstehen und Biografien prägen. Diese Kategorien sind in Deutschland in einem engeren rechtlichen Sinn insbesondere durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) definiert, das seit 2006 Anwendung findet. Dort heißt es:

„Eine Diskriminierung liegt vor, wenn Menschen (1) in einer vergleichbaren Situation schlechter behandelt werden, diese Schlechterbehandlung (2) an ein schützenswertes Merkmal anknüpft und (3) kein sachlicher Rechtfertigungsgrund dafür vorliegt.“

Diskriminierungen zeigen sich in den unterschiedlichsten Formen. Sie geschehen direkt oder indirekt – scheinbar neutral, bewusst oder unbewusst – und basieren auf Stereotypen und Vorurteilen. Diskriminierung tritt zudem häufig nicht eindimensional auf, d. h. aufgrund allein eines Merkmals, wie z. B. der Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung. Oftmals sind mehrere Dimensionen miteinander verschränkt. So verschieden die Formen auch sind, haben Diskriminierungen eines gemeinsam. Sie verletzen Menschen auf vielfältige Weise, sie grenzen aus und prägen Lebenswege, Biografien und Identitäten nachhaltig. (Quelle: Hessisches Ministerium für Soziales und Integration: Hessische Antidiskriminierungsstrategie: Für Vielfalt, Akzeptanz, und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wiesbaden, 2018, S. 7ff.)

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